Europameisterschaften Paris 2026

Für mich ging es vergangene Woche wieder nach Paris – an den Ort, an dem ich zuletzt 2024 bei den Olympischen Spielen an den Start gegangen bin.
Bereits bei der Qualifikation für die EM im April hat sich gezeigt, dass wir mit unserer 4×200m Freistilstaffel zeitenmäßig vorne mitmischen können. Dass wir es am Ende aber tatsächlich so umsetzen und sowohl mit der Herren- als auch mit der Mixed-Staffel eine Medaille holen würden, damit hatte ich persönlich nicht gerechnet.
Deutscher Rekord und Bronze mit der 4×200m Freistilstaffel
Gleich am Montag ging es für mich und mein Team mit der 4×200-m-Freistilstaffel an den Start. Bereits im Vorlauf haben wir gezeigt, was in uns steckt, und sind in einer Zeit von 7:04,83 Minuten souverän als Erste ins Finale eingezogen. Damit hatten wir uns auch Bahn 4 für das Finale gesichert.
Unser Fokus lag dabei gar nicht unbedingt darauf, eine Medaille zu gewinnen. Vielmehr wollten wir den deutschen Rekord von 2009 brechen, der damals bei 7:03,19 Minuten lag und mit der Staffel rund um Paul Biedermann aufgestellt wurde.
Das Finale lief dann besser, als wir es uns jemals hätten vorstellen können.
Den Start machte Lukas Märtens und übergab auf Position 7 an mich. Ich kämpfte uns anschließend bis auf Position 4 vor. Jarno Bäschnitt kämpfte sich weiter nach vorne und übergab auf Position 2. Cornelius Jahn verlor leider auf den letzten fünf Metern noch eine Position, brachte uns aber souverän in 7:02,28 Minuten auf Platz 3 ins Ziel.
Nur Frankreich mit 7:02,23 Minuten und Großbritannien mit 7:01,25 Minuten waren am Ende schneller als wir.
Wenn man bedenkt, dass wir als Team in den vergangenen Jahren immer um die 7:09,00 Minuten geschwommen sind und im vergangenen Jahr bei der WM in Singapur nur Platz 9 erreicht haben, können wir mit Platz 3 und einem neuen deutschen Rekord mehr als zufrieden sein.
200 Meter Freistil – diesmal sollte es nicht sein
Nach diesem mehr als guten Start in die EM ging es für mich am Donnerstagmorgen über die 200 Meter Freistil ins Becken.
Bis 150 Meter war ich deutlich auf Bestzeitkurs. Leider lief in der Regeneration nach Montag etwas falsch und ich musste mich die letzten 50 Meter regelrecht an die Wand retten.
In 1:47,35 Minuten schlug ich als 22. an und war damit ausgeschieden, da nur die besten 16 Schwimmer ins Halbfinale einzogen.
Das Traurige an der Geschichte: Mit meiner Bestzeit von 1:46,17 Minuten wäre ich locker im Halbfinale an den Start gegangen. Aber dieses Mal sollte es einfach nicht sein.
Obwohl der Frust tief saß, hieß es für mich: Fokus auf Samstag und die 4×200-m-Freistil-Mixed-Staffel.
Silber mit der Mixed-Staffel
Am Samstagmorgen ging es für mich gemeinsam mit Jarno Bäschnitt, Nicole Maier und Maya Tobehn an den Start der 4×200-m-Freistil-Mixed-Staffel.
Für uns vier war klar: Wir wollen die Staffel sicher ins Finale bringen. Das haben wir dann auch geschafft und schwammen in 7:32,07 Minuten als Dritte ins Finale.
Da ich seit Freitag leider mit Knieschmerzen zu kämpfen hatte, war für mich klar, dass ich die Staffel im Finale nicht vertreten werde.
Im Finale kämpften somit Lukas Märtens, Jarno Bäschnitt, Linda Roth und Maya Tobehn um die Medaillen. Und das taten sie sehr souverän: Sie schlugen auf Position 2 an und sicherten sich damit die Silbermedaille.
Auch wenn es sich für mich in diesem Moment nicht unbedingt danach angefühlt hat, war ich trotzdem Teil dieses Erfolges und durfte am Ende ebenfalls meine Silbermedaille entgegennehmen.
Fazit
Auch wenn die EM aus vielen Höhen und Tiefen bestand, bin ich trotzdem mehr als zufrieden damit, wie sie verlaufen ist – auch wenn ich mir über 200 Meter Freistil natürlich mehr erhofft hatte.
Am Ende kann ich mich jetzt offiziell Vize-Europameister und Europameisterschafts-Dritter nennen.
Jetzt geht es für mich erst einmal in die wohlverdiente Sommerpause. Danach heißt es, neue Energie zu tanken und hoffentlich mit sehr viel Rückenwind in die neue Saison zu starten.



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